Wildnis und Baustellen

Heute ging es von meiner guten Unterkunft Richtung Mo i Rana. Dort hatte ich für die letzte Nacht vor dem Rockfestival in Træna ein günstiges Zimmer für CHF 45 gebucht. So konnte ich in Ruhe alles packen und bereitstellen.

Zuerst ging es zurück auf die E6. Viele sagen ja dass der Sarek Nationalpark in Schweden die letzte Wildnis Europas sein. Das kann sein, war noch nie dort aber hier oben ist alles Wildnis. Und: Der Rago Nationalpark nördlich von hier ist wohl ebenso wild. Unterwegs auf den 70km nur Wildnis pur und die Strasse.

Danach auf der E6 an über 100km Baustellen vorbei. Die E6 ist hier oben grösstenteils eine recht „kleine“ Landstrasse die durch das Gelände geführt ist. Also recht hügelig und kurvig, was nicht sehr wintersicher ist. Das wird nun korrigiert. Wintersicher? Dazu gibt es kurz vor Mo i Rana einen 9km langen Tunnel, der unter einer bescheidenen Bergkette hindurch führt.

Die folgenden Bilder zeigen einen Bauabschnitt, solche hat noch viele mehr. Die Baustellen sind abgelegen. Etwa in der Mitte ist ein riesiges Camp für die Arbeitet.

Der Berg mit dem Loch

Nach dem missglückten Aufstieg zur Skalahütte Ging es am Tag danach 700km Richtung Norden. Der Abbruch des Aufstiegs war weise, denn die Nacht darauf schneite es oben erneut. Beim Abbruch sah es auf 1250m so aus:

Der Tag danach dürfte kaum besser gewesen sein!

700 km auf Strassen wo das Tempolimit meist nur 80 ist bedeutet also 10 Stunden Fahrzeit. War ein hartes Stück Arbeit aber bei wenig Verkehr halt eine Fleissarbeit.

Dann kam ich in meiner Unterkunft am Ende der Welt an:

Ein riesiges Haus mit grossem Wohnzimmer und Küche mit 5 Zimmern. Ich war aber alleine. Und die Vermieterin hat auch gleich noch meine Wäsche gewaschen.

Das Ziel des Abstechers nach Bronnøysund ist der Torghatten. Der Berg mit einem Loch.

Auf der Hinfahrt habe ich mal wieder über die Norweger gestaunt. Ihr Ziel sind ja fährfreie Verbindungen zu den Ortschaften. Dazu gehören nebst anderen der Nordkapptunnel und die nächsten Herbst öffnende Strasse von Stavanger nach Bergen, wo dann die Tunnel schon mal 25km lang sein werden.

Auf dem Weg zum Torghatten hat es für die rund 6000 Einwohner von Norden her erst einen 6km langen Tunnel dann noch einen mit 4km. Und zu guter letzt auf die Insel noch eine abenteuerliche Brücke.

Dann der Torghatten

https://de.wikipedia.org/wiki/Torghatten

Das Loch ist eindrücklich und recht einfach erreichbar.

Der Berg aus der Ferne

Skala: Vernunft oder Dummheit

Heute war der Aufstieg zur Skalahütte resp den gleichnamigen Berg geplant. Hier ein Link dazu (gibt es leider nur in Englisch

https://en.wikipedia.org/wiki/Sk%C3%A5la_(Sogn_og_Fjordane)

Ich hatte schlecht geschlafen und wollte erst nicht gehen. Ich befürchtete oben zu viel Neuschnee was sich leider bewahrheitete. Aber die Leute auf dem Parkplatz sagten alle: doch es geht! Der Weg ist 7.5km lang und somit im Schnitt 24% Steigung ausmacht… aber eben im Schnitt. Es beginnt extrem steil. Die ersten 700 Höhenmeter verlangen alles..32% dann ein flacheres Stück mit 20% und zum Dessert dann noch einmal 30%. Harte Arbeit und schweisstreibend. Aber ein schöner weg, vor allem im mittleren Teil. Hier beinahe eine Treppe aus flachen Steinen , eine immense Arbeit die hier die Leute vom DNT geleistet haben. Skala ist der Berg in Norwegen mit dem grössten Aufstieg ab seiner Basis obwohl er nicht zu höchsten Bergen des Landes gehört.

Ich begann den Aufstieg und dachte ich sei langsam gestartet..und doch war ichbezogen schnell, nach 15 Minuten musste ich mal heftig Luft holen und eine sehr frühe Pause machen. Ich war nach 1h 15 auf 650 Metern und nach 1:55 auf 100 Metern. Ich hätte nie gedacht um die 500 Höhenmeter Pro Stunde zu schaffen. Dann kam der Schnee und auch die ersten Rückkehrer die von Oberschenkel-tiefen Schnee berichteten. Zweifel kamen auf. Es gibt hier zwei Arten von Schnee: Altschnee der nach einigen Wanderern gut zu begehen ist, es bildet sich eine Spur. Dann der Neuschnee der letzten drei Tage ab 1000m. Ich schätze so um die 30-50 cm .., und das Anfang Juli!!! Dieser Neuschnee machte das kaufen gefährlich. Einerseits rutschige Steine unter den Schnee und andererseits unvorhersehbare „Löcher“. Das machte das vorwärtsgehen gefährlich und sehr ermüdend, do beschloss ich auf rund 1250 umzukehren und ins Tal runter zu gehen. Ich hatte mir die letzten 600 Höhenmeter nicht mehr zugetraut. Schwieriges Terrain und sehr steil. Ich schätze dass rund ein Drittel der Wanderer umkehrte. Dann ging es wider runter. Erstaunlich gut, denn über diese „Treppen“ ging es sehr gut. So war ich dann nach 4h30 wieder unten. Für 1200 Meter Auf- und Abstieg dich ordentlich. Aber ich gebe nicht auf. Ich werde auf dem Heimweg bei besseren Verhältnissen den Aufstieg noch einmal versuchen.

Dann ging es weiter. Da ich die nächsten Tage nordwärts kommen will fuhr ich noch ca. 120km. Eindrückliche Landschaft.

Unterwegs am Sommerskigebiet von Stryn vorbei gefahren. Gemäss Wikipedia haben die im Juni noch immer 6 Meter Schnee. Erstaunlich: der höchste Punkt liegt auf nur 1600m

https://en.wikipedia.org/wiki/Stryn_Sommerski

Da muss selbst ich als berggewohnter Schweizer staunen. Erstens die tiefen Täler und dann ein Hochtal um die 70km lang: Natur pur. Es ist das Strynsfjellet.

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Dann suchte ich langsam eine Bleibe und fand einen sehr günstigen Campingplatz: NOK 230 für eine Hütte!!! Oft kostet eine Zeltübernachtung etwa gleich viel. Gestern bezahlte ich in Olden für eine schlechtere Hütte NOK 450!!!

Tunnel, Tunnel, Tunnel

Heute ging es nach Olden. Von hier aus, resp in 7km Entfernung startet dann morgen die Etappe zur Skala-Hütte auf 1848m.

Hier die heutige Route:

211 km, wovon über 65 durch Tunnel gingen. Es begann mit den Kehrtunneln runter auf Meereshöhe. Das waren 12km. Dann folgte der längste Strassentunnel der Welt mit 24.5 km, der Laerdalstunnel:

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A6rdalstunnel

Interessant vor allem die drei mit blau und gelb beleuchteten Kavernen alle 6km

Vorher ging es aber noch zum Stegastølen, einer Aussichtsplattform 600m über dem Fjord. Traumhafte Aussichten:

Unterwegs immer wieder Seen mit traumhaften Spiegelungen.

Mächtige Trogtäler folgten und der mit 450 km2 grösste Gletscher Europas der Jostedalsbreen

https://de.wikipedia.org/wiki/Jostedalsbreen

Geilo

Heute war der Reservetag und somit gab es nicht viel zu tun. Ich fuhr nach Geilo, ein Ort den ich meiner Norge på langs 2017 schon besucht hatte. Dort noch ein wenig eingekauft und auf dem Rückweg einige Orte besucht die ich 2017 gelaufen bin.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geilo

Auf der Strecke wiederum einige Tunnel. Der Scheiteltunnel zur Unterquerung der Passhöhe hat eine norwegische Besonderheit.

Da im Winter oft Sturm herrscht und es nicht sehr viel Verkehr hat ist dieser Tunnel generell mit einem Tor an jedem Ende geschlossen. Kommen Fahrzeuge geht das Tor auf, nicht aber bei Fahrradfahrern (im Winter!!!!). Die können dann einen Knopf drücken und das Tor öffnet.

Eine weitere Besonderheit im Winter ist das Kolonnekjøring. Hier der Wikipedia-Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonnekj%C3%B8ring

Abwärts

Heute war eine Wanderung durch das Aurdal, resp. Die Aurdal-Schlucht angesagt.

Von 800m runter auf 50. Denkste! Gemäss Internet geht es dabei auch über 450m aufwärts! Es waren total 19km in genau 5 Stunden Wanderzeit. Dann zum Schluss mit dem Bus wieder hoch zur Hütte. Vorbei an unzähligen Wasserfällen, bizarren Felsformationen und auch lauschigen Ecken. Das war eines der Highlights meiner Norwegen-Wandererfahrung. Auch wenn es zuweilen steil aufwärts ging. Es war jeden Schritt wert. Die Bilder ohne Kommentar einfach zum Geniessen!

Viele Tunnel und eine Brücke

Heute ein Tag zum Autofahren. Von einer Wanderregion in die Nächste.

Hier die Route:

260 km in 4 Stunden.

Die Route hatte drei Besonderheiten:

1 grosse Brücke

Viele lange Tunnels

Viele Wasserfälle: man fragt sich da nur wo denn all das Wasser her kommt!!!!

Einer der Tageshöhepunkte war die Hardangerbrücke: Spannweite 1380m und somit die 12. längste Hängebrücke der Welt.

Sue taucht aus dem Nichts auf und ist einfach da. Eine Besonderheit ist, dass die Pfeiler an Land stehen! Der Fjord „taucht“ direkt am Ufer auf über 500m Tiefe!

Eine weitere Besonderheit ist die Verkehrsführung. Die Brücke mündet in zwei Tunnels und kurz nach der Einfahrt hat es je einen blau beleuchteten Kreisel.

Auf der Karte sieht das so aus:

Eine wunderbare Brücke mit genialen Anschlussbauwerken. Aber: Due Strasse nordwärts von Odda ist sehr eng! Zwei Lastwagen können kaum kreuzen und selbst bei zwei Wohnmobilen wird es schwierig. Aussage eines Einheimischen: die haben die Brücke gebaut und dann die Strasse vergessen.

Der Tunnel auf der Nordseite ist über 7.5km lang.

Die Fahrt dem Oddafjord entlang war trotz schmaler Strasse ein Ereignis. Nach ca. 10 km öffnet sich der Fjord und die hänge werden flacher. Und was taucht auf:

Obstplantagen:

Äpfel, Birnen und Kirschen. Wer denkt an sowas auf über 60 Grad Nord!

Kurz vor Odda tauchten Wasserfälle im 500m Takt auf…bald wurde es direkt langweilig.

Tunnels: ich denke ich bin heute durch weit über 50km Tunnels gefahren, dabei ist der längste Tunnel Norwegens, der Laerdalstunnel mit über 24km Länge noch nicht dabei.

Die Tunnel sind meist Naturtunnel, oft mit einer Schicht Spritzbeton und eher düster beleuchtet. Baustellen mit Ampeln sind im Tunnelinneren keine Seltennheit. Und: es herrscht kein Überholverbot in den Tunneln.

Interessant ist die Fahrt resp. die Umgebung von Stahlheim:

https://de.wikipedia.org/wiki/Stalheim

Die heutige Strasse macht einen weiten Bogen und schafft so die 300m Höhenmeter einfach. Die alte Strasse macht auf weniger als 1.7km die 300m. Ein Albtraum jedes Rennvelofahrers. Im Durchschnitt 18% Steigung!

Als Dessert gab es dann die Fahrt zu meiner heutigen Unterkunft. Kehrtunnels führen in kurzer Zeit auf über 800m Höhe. Die Tunnels wurden für einen Kraftwerksbau errichtet. Ich schätze die gesamte Länge auf über 12km.

Hier die Karte dazu:

Die Wetteraussichten sind leider sehr schlecht was mein Programm beeinträchtigen wird. Morgen geht es noch, die folgenden Tage sind unsicher. Ob ich wie geplant den Besseggen-Grat oder die Skalahütte erwandern kann ist sehr fraglich.

Austheiene zum Zweiten

Einer der Gründe für meine diesjährige Norwegen-Reise war den Fluss in der Austheiene-Region in den ich 2017 gefallen bin, bei normalen Wasserstand zu erleben. Ich fand den Fluss und es ist kaum zu glauben wie so ein kleines Bächlein zu einem mehr als knietiefen reissenden Strom werden kann, der kaum zu überqueren ist.

Ich muss damals einen der regnerischsten Tage erwischt haben.

Diese Region ist zum wandern äusserst anspruchsvoll und zwar aus zwei Gründen: Erstens ist das Gelände ruppig, viele kleine und sehr steile Anstiege und es ist kaum möglich dem Sumpf zu entkommen. Immer wieder sehr nasse Stellen. Das schlimmste sind aber moorige, sumpfige Anstiege über Wiesen. Diese sind äusserst kräfteraubend.

Zweitens ist aufgrund des nassen Untergrundes der Weg oft kaum erkennbar und man muss ständig nach den roten Wegmarkierungen suchen. Der Grundsatz ist, dass man immer von einer zur nächsten Markierung sieht, auch bei schlechtem Wetter. So hat es oft alle 50 Meter eine rote Markierung. Ist man mal 50m nach links oder rechts abgewichen ist es schwierig den Weg wieder zu finden. Oft hilft nur umkehren und die letzte rote Marke suchen!

Ich habe am Tag der Wanderung zur Grunnetørnbu-Hütte wohl einen sehr schlechten Tag erwischt. Für 11km benötigte ich über 5 Stunden. Daher beschloss ich, die geplante Route weiter zur Granbustoylhütte (21km) zu ändern und auf dem gleichen Weg zurück zu laufen. Auf dem Rückweg war ich massiv schneller und schaffte den Weg in weniger als 3 Stunden 45 Minuten. Die Wanderzeiten des DNT gehen in dieser Region von max. 2.5 -3 km pro Stunde aus! Also nicht 4 oder gar 4.8 km wie in der Schweiz.

Die Gegend ein Traum, menschenleer und wild.

Ich bin nun in Haukeliseter. Morgen Gehrkes weiter nach Aurdal wo weiter gewandert wird.

Abkürzung

Auf dem Weg Bach Kautokeino beschloss ich, die Tour abzukürzen und mit dem Bus nach Honningsvag zu fahren. Wieso? Erstens traute ich meinem Knie immer noch nicht und zweitens ist es hier oben schon recht kalt, was heisst dass man bei Zeltübernachtungen lange laufen muss – mindestens bis 18 Uhr, sonst wird der Abend zu lange und zu kühl. Ich werde dann den Teil von Kautokeino bis Honningsvåg mal bei Mitternachtssonne machen. Angenehmer und wärmer. Also am Montag rein in den Bus Richtung Norden. Beim Zwischenhalt in Alta habe ich dann Thomas Suchy aus Deutschland getroffen. Er ist seit Mai unterwegs und freut sich dass er bald fertig ist. Er hat bisher 22kg abgenommen!!

Für mich ging es dann weiter Richtung Honningsvag ins Vandrehjem. Am Folgetag dann 23km bis Skarsvåg. Durch die karge Landschaft- es wächst hier oben nebst Gras nichts mehr. Immer mal wieder kreuzte eine Rentierherde die Strasse. Ich kam flott voran. Das Problem war nicht der Regen sondern der Wind und die damit verbundene Kälte. Aber ich schaffte die Strecke in ein wenig mehr als vier Stunden.

Dann am Mittwoch einer der Höhepunkte der NPL-Tour: Der Weg zum nördlichsten Punkt Europas: Knivskjellodden: erst ca 9km der Strasse entlang, dann 9km durchs Gelände. Typisch norwegische Verhältnisse. Sumpf und Blockfelder – Yr og myr! Auch recht rutschige Felsplatten! Kurz vor 12 war ich dann bei 71° 11′ 08 angekommen! Der Weg zurück war spannend. Ich hatte auf dem Hinweg gar nicht beachtet dass es ständig abwärts ging und logischerweise auf den Rückweg immer aufwärts.

Der Schieferturm am Knivskjellodden Der Nordkappfelsen aus der Ferne

Aber ich schaffte den Rückweg in etwa der gleichen Zeit wie den Hinweg. Glücklicherweise nahm mich dann ein russisches Paar von Parkplatz an der Nordkappstrasse zurück zum Campingplatz mit. So Sparte ich 10km laufen auf der Strasse. So ist nun das Ziel erreicht und die Lücke zwischen Kautokeino und Honningsvag wird dann irgendwann in der Zukunft noch geschlossen

Norge på langs II, 2018

Von Ovi Raishiin bis Artugammen

Nun steht also der Abschluss von Norge pa langs auf dem Programm. Nach der Woche mit Inger in der Schweiz flog ich mit ihr am 9. September nach Oslo und den Tag darauf nach Tromsø. Das Abenteuer konnte beginnen. Karina vom Hotel in Sappen holte mich in Storslett ab. Dorthin ging es ab Tromsø mit dem Bus. Der Fahrer gab mir ohne grosses Zögern ein Seniorenticket !

Am nächsten Morgen fuhr mich der Vater von Karina nach Ovi Raishiin, also exakt die Stelle wo ich 2017 abgebrochen hatte. Ich hatte die Chance Tobias und Thomas aus Deutschland in der Nedrefosshütte zu treffen, aber so weit kam es leider nicht, denn mein Wunsch war es, in Sieimma zu übernachten, einer Hütte am Fluss. Aber die liegt auf der anderen Flusseite und man muss rüberrudern. Wunderbare Hütte mit Gaskocher, Holzofen und Matratzen. Was will man mehr!

Leider war der Aufenthalt von zwei Missgeschicken überschattet. Beim übersetzennzur Hütte lag der Rucksack mit dem Notfallsender ein wenig zu lange im Wasser, welches sich am Bootsbiden gesammelt hatte. Hätte wohl den Rucksack klüger auf eine Sitzbank im Boot gelegt…aber klüger wird man ja behanntlich immer erst im Nachhinein. Beim aussteigen am nächsten morgen verlor ich das Gleichgewicht und fiel in den Fluss. Halb so wild die Kleider waren dann bei der Ankunft in der Nedrefosshütte wieder trocken…die Schuhe brauchten dann aber noch den ganzen Abend bis sie trocken waren. Geplant war für diesen Tag, dass ich bis zur Artugammenhütte ging. Ich war dazu aber einfach zu müde. Es zeigte sich dann am folgenden Tag, dass ich das kaum geschafft hätte, denn die 6km waren recht anspruchsvoll. Da der Tag aber zu lang geworden wäre, bin ich dann am Tag danach nur 6km bis zur Hütte gelaufen. Eine kleine Holzhütte der staatlichen Forstverwaltung Statskog. Zwei Pritschen und ein Ofen! Es dauerte dann aber doch über zwei Stunden bis es in der Hütte schön warm war!

Von Artugammen bis Kautokeino

Es ging nun durch wunderbares Gelände – leicht zu gehen Richtung Reisavannhütte.

Es war unklar wo ich schlafen würde. Ich hatte ja die Adresse des Samen in der Nähe der Reisavannhütte. Die Hütte selbst war diesen Tag besetzt und für mich nicht verfügbar, resp. buchbar. Ich kam flott voran und bald war ich bei den ersten Hütten am Raisjavri, dem See an dem auch die Hütte liegt. Von den ersten Hütten wären es dann aber am Folgetag über 35km gewesen zu viel. Also lief ich weiter zu den nächsten Häusern. Dort war niemand und es schaute auch nicht sehr vertrauenswürdig aus. Ich beschloss weiter zu gehen und dann zu zelten. Ich ging aber vorerst zur Reisavannhütte in der Hoffnung, dass die Leute die dort waren mir ein Bett geben würden. Aber es war niemand dort. Und es wurde schnell sehr kalt. Die Hütte hatte einen kleinen, nicht abgeschlossenen Vorraum und ich beschloss dort zu schlafen. Ich hätte dann – falls jemand gekommen wäre als Ausrede ein defektes Zelt angegeben. Aber es kam niemand. Am Morgen war es dann kühl, so um die Null Grad!!

Die Gegend seit Artugammen ist auf der Karte als Wald gekennzeichnet, es sind aber eher nur einzelne Birken und Büsche. Im Sommer ist es da sicher grüner und sieht dann wohl eher wie Wald aus.

Danach ging es weiter zu Madame Bongos Fiellstue. Eine lustige Herberge mit einem noch lustigerem Inhaber. Aber: super Hütte und gutes Nachtessen: Rentier mit Kartoffeln und Karotten. Ich ging auf der Strasse anstatt durchs Gelände, etwa gleich weit aber sicher zwei Stunde schneller.

Der folgende Tag war eher ein Ruhetag, nur gut drei Stunden bis Kautokeino.

Insgesamt waren es bis Kautokeino 102km