Abkürzung

Auf dem Weg Bach Kautokeino beschloss ich, die Tour abzukürzen und mit dem Bus nach Honningsvag zu fahren. Wieso? Erstens traute ich meinem Knie immer noch nicht und zweitens ist es hier oben schon recht kalt, was heisst dass man bei Zeltübernachtungen lange laufen muss – mindestens bis 18 Uhr, sonst wird der Abend zu lange und zu kühl. Ich werde dann den Teil von Kautokeino bis Honningsvåg mal bei Mitternachtssonne machen. Angenehmer und wärmer. Also am Montag rein in den Bus Richtung Norden. Beim Zwischenhalt in Alta habe ich dann Thomas Suchy aus Deutschland getroffen. Er ist seit Mai unterwegs und freut sich dass er bald fertig ist. Er hat bisher 22kg abgenommen!!

Für mich ging es dann weiter Richtung Honningsvag ins Vandrehjem. Am Folgetag dann 23km bis Skarsvåg. Durch die karge Landschaft- es wächst hier oben nebst Gras nichts mehr. Immer mal wieder kreuzte eine Rentierherde die Strasse. Ich kam flott voran. Das Problem war nicht der Regen sondern der Wind und die damit verbundene Kälte. Aber ich schaffte die Strecke in ein wenig mehr als vier Stunden.

Dann am Mittwoch einer der Höhepunkte der NPL-Tour: Der Weg zum nördlichsten Punkt Europas: Knivskjellodden: erst ca 9km der Strasse entlang, dann 9km durchs Gelände. Typisch norwegische Verhältnisse. Sumpf und Blockfelder – Yr og myr! Auch recht rutschige Felsplatten! Kurz vor 12 war ich dann bei 71° 11′ 08 angekommen! Der Weg zurück war spannend. Ich hatte auf dem Hinweg gar nicht beachtet dass es ständig abwärts ging und logischerweise auf den Rückweg immer aufwärts.

Der Schieferturm am Knivskjellodden Der Nordkappfelsen aus der Ferne

Aber ich schaffte den Rückweg in etwa der gleichen Zeit wie den Hinweg. Glücklicherweise nahm mich dann ein russisches Paar von Parkplatz an der Nordkappstrasse zurück zum Campingplatz mit. So Sparte ich 10km laufen auf der Strasse. So ist nun das Ziel erreicht und die Lücke zwischen Kautokeino und Honningsvag wird dann irgendwann in der Zukunft noch geschlossen

Norge på langs II, 2018

Von Ovi Raishiin bis Artugammen

Nun steht also der Abschluss von Norge pa langs auf dem Programm. Nach der Woche mit Inger in der Schweiz flog ich mit ihr am 9. September nach Oslo und den Tag darauf nach Tromsø. Das Abenteuer konnte beginnen. Karina vom Hotel in Sappen holte mich in Storslett ab. Dorthin ging es ab Tromsø mit dem Bus. Der Fahrer gab mir ohne grosses Zögern ein Seniorenticket !

Am nächsten Morgen fuhr mich der Vater von Karina nach Ovi Raishiin, also exakt die Stelle wo ich 2017 abgebrochen hatte. Ich hatte die Chance Tobias und Thomas aus Deutschland in der Nedrefosshütte zu treffen, aber so weit kam es leider nicht, denn mein Wunsch war es, in Sieimma zu übernachten, einer Hütte am Fluss. Aber die liegt auf der anderen Flusseite und man muss rüberrudern. Wunderbare Hütte mit Gaskocher, Holzofen und Matratzen. Was will man mehr!

Leider war der Aufenthalt von zwei Missgeschicken überschattet. Beim übersetzennzur Hütte lag der Rucksack mit dem Notfallsender ein wenig zu lange im Wasser, welches sich am Bootsbiden gesammelt hatte. Hätte wohl den Rucksack klüger auf eine Sitzbank im Boot gelegt…aber klüger wird man ja behanntlich immer erst im Nachhinein. Beim aussteigen am nächsten morgen verlor ich das Gleichgewicht und fiel in den Fluss. Halb so wild die Kleider waren dann bei der Ankunft in der Nedrefosshütte wieder trocken…die Schuhe brauchten dann aber noch den ganzen Abend bis sie trocken waren. Geplant war für diesen Tag, dass ich bis zur Artugammenhütte ging. Ich war dazu aber einfach zu müde. Es zeigte sich dann am folgenden Tag, dass ich das kaum geschafft hätte, denn die 6km waren recht anspruchsvoll. Da der Tag aber zu lang geworden wäre, bin ich dann am Tag danach nur 6km bis zur Hütte gelaufen. Eine kleine Holzhütte der staatlichen Forstverwaltung Statskog. Zwei Pritschen und ein Ofen! Es dauerte dann aber doch über zwei Stunden bis es in der Hütte schön warm war!

Von Artugammen bis Kautokeino

Es ging nun durch wunderbares Gelände – leicht zu gehen Richtung Reisavannhütte.

Es war unklar wo ich schlafen würde. Ich hatte ja die Adresse des Samen in der Nähe der Reisavannhütte. Die Hütte selbst war diesen Tag besetzt und für mich nicht verfügbar, resp. buchbar. Ich kam flott voran und bald war ich bei den ersten Hütten am Raisjavri, dem See an dem auch die Hütte liegt. Von den ersten Hütten wären es dann aber am Folgetag über 35km gewesen zu viel. Also lief ich weiter zu den nächsten Häusern. Dort war niemand und es schaute auch nicht sehr vertrauenswürdig aus. Ich beschloss weiter zu gehen und dann zu zelten. Ich ging aber vorerst zur Reisavannhütte in der Hoffnung, dass die Leute die dort waren mir ein Bett geben würden. Aber es war niemand dort. Und es wurde schnell sehr kalt. Die Hütte hatte einen kleinen, nicht abgeschlossenen Vorraum und ich beschloss dort zu schlafen. Ich hätte dann – falls jemand gekommen wäre als Ausrede ein defektes Zelt angegeben. Aber es kam niemand. Am Morgen war es dann kühl, so um die Null Grad!!

Die Gegend seit Artugammen ist auf der Karte als Wald gekennzeichnet, es sind aber eher nur einzelne Birken und Büsche. Im Sommer ist es da sicher grüner und sieht dann wohl eher wie Wald aus.

Danach ging es weiter zu Madame Bongos Fiellstue. Eine lustige Herberge mit einem noch lustigerem Inhaber. Aber: super Hütte und gutes Nachtessen: Rentier mit Kartoffeln und Karotten. Ich ging auf der Strasse anstatt durchs Gelände, etwa gleich weit aber sicher zwei Stunde schneller.

Der folgende Tag war eher ein Ruhetag, nur gut drei Stunden bis Kautokeino.

Insgesamt waren es bis Kautokeino 102km

Glückstag

Nach der zweiten Nacht in der Bjørnevasshütte war das Knie nicht besser geworden und so stand mein am Vorabend geplanter Entschluss endgültig fest: Abbruch, Bus nach Stavanger und versuchen Kjeragbolten doch noch zu erreichen. Es regnete am Morgen bis weit nach 9 Uhr stark, so hatte ich keine Lust mit ausgestrecktem Daumen im Regen zu stehen. Bald hellte es aber auch und ich stand an der Strasse. Erst mal 10 Minuten kein einziges Auto….in beide Richtungen!!!

Dann tauchte ein Fiat 500 auf und hielt an. Bildhübsche junge Frau! Sie kannte den Ort Flateland, wo meine Bushaltestelle war nicht. Aber sie meinte dass die Richtung wohl passe. Als ich ihr sagte, dass ich den Bus nach Stavanger wollte, da sagte sie: „ich fahre nach Stavanger“ Volltreffer. So Sparte ich Zeit und Geld und war kurz nach Mittag anstatt erst gegen 20 Uhr in Stavanger. Danke hier noch mal an den blonden Engel. Da ich ja viel Geld sparte- kein Busticket, gab ich ihr dann noch 200 Kronen als Benzingeld.

So bin ich nun in einem günstigen B&B in Stavanger und morgen geht es dann mit dem Boot nach Lysebotn.

Austheiane

Heute begann der zweite Teil der Wanderung. Die Wanderung im Süden hat drei Teile

1. Nord-Süd-Durchquerung der Hardangervidda inkl. Trolltunga

2. Austheiane-Region wo ich letztes Jahr sehr schlechte Verhältnisse hatte. Ich möchte die Region etwas trockener ein zweites mal erleben.

3. Lysefjord mit dem Kjeragbolten

Da das Wetter heute morgen schlecht war und der Wetterbericht nicht viel besser, entschied ich gegen eine Wanderung mit Zeltübernachtung und nahm stattdessen den Bus Richtung Hovden. Von dort aus waren es dann nur drei Stunden bis zur Tjørnbrotbu-Hütte. Sehr angenehm zu gehen wenn auch der letzte Hügel recht steil war. Die Gegend hat sich geändert, Wald und auch wieder nässere Abschnitte.

Da kamen dann viele Erinnerungen ans letzte Jahr. Dann kam ich in der Hütte an, welche voll war…ich bezog dann mit einem DNT-Mann die zweite Hütte . Er ist 75 und recht fit. Er ist mit einem roten Farbeiner unterwegs um Routen zu markieren. Wir teilten uns die Hütte und hatten interessante Diskussionen.

Der Entscheid nicht zu Zelten war weise, denn am nächsten Morgen regnete es. Dennoch machte ich mich auf den Weg Richtung Berdalsbu. Es regnete beim Start noch leicht aber der Regen hörte bald auf. Die erste Hälfte war einfach und ging -auch gemäss Karte zu einem recht grossen Fluss. Holländer die in der Hütte waren erzählten Schauergeschichten. Viel Wasser, man müsse die Schuhe ausziehe und mehr. Aber der Fluss stellte sich als harmlos heraus. Ich bin sicher, dass auch am Vortag eine Querung problemlos möglich gewesen wäre, wenn auch etwas flussaufwärts. Einmal mehr: glaube nur, was du mit eigenen Augen gesehen hast.

Der zweite Teil bis zur Hütte war happig. Glitschige Felsen, sumpfige Wege, ruppige Aufstiege und zum Schluss ein Abstieg der sehr mühsam war. Die 12.5km wäre dann in genau vier Stunden geschafft.

In der Berdalsbu-Hütte war es dann dank des Holzofens schnell kuschelig warm. Ich hatte dort ja einen Ruhetag. Auch hier wieder interessante Leute. Ein Östereicher mit seinen vier Kindern auf Wanderung in der Austheiene-Region. Das volle Programm von Süd bis Nord. So wie ich es plane…,in umgekehrter Richtung. In der zweiten Nacht wurde es voll. Wir waren insgesamt 18 Personen, bei 18 Betten also ausgebucht. Drei Norweger, die wie ich eine zweite Nacht bleiben wollten stiegen dann die 6km ins Tal ab.

Die Berdalsbu-Hütte

Der folgende Tag begann dann mit einem happigen Aufstieg. Von 950 auf 1400m. Sehr steil und der folgende Abstieg ebenso. Hier ein Bild vom Abstieg durch ein Blockfeld.

Ein weiterer steiler Aufstieg folgt und von dort an ging es dann nur noch abwärts. Steinige Pfade… bei 600m Abstiegs eine mühsame Sache. Leider begann mein Knie immer mehr zu schmerzen und wie ich in der Bjørnevasshütte ankam konnte ich kaum mehr gehen. Aber auch ohne Knieschmerzen, die ja erst am Ende kamen. Eine harte Etappe. So überrascht es kaum dass ich für die 14.5km 5h30 brauchte, also nur wenig mehr als 2.6km pro Stunde.

Leider half auch Voltaren-Gel meinem Knie nicht und so bleibe ich mal einen weiteren Tag hier. Ist möglich, gäbe genügend Reservetage….falls ich überhaupt weitergehen kann. Zudem regnet es heute und die Aussichten für die nächsten Tage sind schlecht. Noch mehr Regen. Die Hütte hier ist die einzige Hütte auf der ganzen Tour die keine Lebensmittelvorräte hat. Aber halb so schlimm, ich habe genügend zu essen für drei weitere Tage. Morgen werde ich dann entscheiden wie es weiter geht. Wenn ich fortfahren will, dann muss das Knie ok sein, denn bin ich mal unterwegs kann ich nur noch schlecht abbrechen, da die Hütten weit weg von den Strassen und Bussen sind….mind zwei Tagesmärsche. Hier käme ich recht gut weg. 12km zur nächsten Bushaltestelle – da kann ich auch trampen. Von dort käme ich dann recht schnell Richtung Stavanger.

Aber nun erst mal abwarten!

Von Liseth zur Trolltunga

Mittwoch, 25.7.18

Nach dem Ruhetag in Liseth nahm ich das nächste Ziel in Angriff: die Trolltunga, eine Felsformation in der Nähe von Odda. Ich aber nahm den Weg durch die Berge, drei Tage Fussmarsch in einem ständigen Auf und Ab.

Das Ziel des ersten Tages war die Hadlaskardhütte…war, denn ich stoppte für die erste Nacht in der Hedlohütte, nach 17 anstelle von 25 Kilometern. Ich fühlte mich schon am Morgen nicht zu 100% gut. Schon beim Rucksack packen bekam ich Schweissausbrüche und der erste Hügel konnte ich kaum bewältigen. Ich bekam keine Luft, der Puls bewegte sich auf hohem Niveau, nach einer ausgedehnten Mittagspause ging es ein wenig besser. Ein steiler Aufstieg forderte dann aber noch einmal alles von mir. Der Grund für die lange Etappe bis Hadlaskard war, dass ich dann am Folgetag eventuell den Hartigen besteigen wollte, ein ca. 300m hoher Tafelberg inmitten der Hardangervidda. Leider verpasste ich dann eine Abzweigung und lief über einen Kilometer in die falsche Richtung, Ich traf eine junge Französin, die mich auf meinen Irrtum aufmerksam machte. Ohne diesen Engel wäre ich wohl noch weiter falsch gelaufen. Als dann auf den letzten zwei Kilometern Richtung Hedlo der Pfad extrem felsig und schwierig wurde entschied ich rasch in Hedlo zu übernachten. Gab meinem Körper Ruhe und Erholung. Wohl klüger als mit dem Brecheisen weiter zu gehen.

Also keine Besteigung des Hartigen, dafür Ruhe und Erholung.

Donnerstag, 26.7.18

Am zweiten Tag ging via Hadlaskard weiter nach Torehytten. Gut dass ich am Vortag nur bis Hedlo ging. Ich hätte wahrscheinlich die 8.5km noch geschafft, aber heute morgen konnte ich es dann um so mehr geniessen. Wunderbares Wetter, schöner Pfad. So war ich recht schnell in Hadlaskard! Dort wurde mir gesagt, dass Torehytten im Moment ein wenig überrannt würde. Bei 24 Betten hatten sie am Vortag 52 Gäste. Wie ich dann ankam war alles halb so wild. Recht voll aber nicht überfüllt. Es waren dann letztendlich 14 zur Übernachtung in der Hütte, also nur halb voll.

Ich hatte beim wandern stets den Harteigen vor den Augen und doch war es klug diesen nicht zu besteigen. Auf dem Weg zur Hütte hatte es einige recht steile Stellen…. die schaffte ich zwar, ist aber kein Vergleich zu dem 300m auf den Harteigen hoch. So kam ich dann recht fit in der Hütte an. Wohl auch weil ich bewusst langsam anging. Es hat sicher auch damit zu tun, dass ich einige Zeit brauche um in den Wanderrhythmus zu kommen. Wandern-Essen-Schlafen und sich vor allem keine Sorgen im die Wanderung des Folgetags zu machen.

Die Hardangervidda gilt als grösste Hochebene Europas…..aber davon habe ich noch nicht viel gespürt! Es ging vor allem auf und abwärts!

Freitag, 27.7.18

Am dritten Tag ging es zur Tyssevasshütte. Die ersten 14km waren gewaltig. Ein See nach dam ändern, alle tiefblau. Der erste Anstieg ging bis auf 1500m. Felsige Partien wechselten sich mit Wiesen ab. Ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Gegen 3 Uhr wurde es dann arg warm und vor allem waren die letzten 5km sehr hügelig. Das sah man aber leider auf der Karte nicht da die Höhenkurven bei 20m Abstand dieses wellige Profil nur schlecht darstellen. Immer wieder Schneefelder, Blockfelder und generell sehr schwieriges Gelände. Ich war dann froh nach über 5 1/2 Stunden die Hütte erreicht zu haben. Die Tyssevasshütte liegt auf rund 1300m umgeben von vielen kleinen Seen. Gewaltige Aussicht!

Morgen steht die Trolltunga auf dem Programm. Der Wetterbericht ist leider nicht sehr gut, ich werde es dann wohl am frühen Morgen versuchen. Einige die hier waren sind noch los gelaufen und zelten dann. Auch eine Variante aber mir fehlt die Energie um heute noch weitere zwei Stunden durch schwieriges Gelände zu gehen. Die Hüttenwartin meinte dass es bei Sturm gefährlich werden könnte. Entscheid dann also am Samstagmorgen!!

Samstag, 28.7.18

Heute also zur Trolltunga! Start um 06:00 um den vielen Leuten zuvor zu kommen. Wunderbarer Weg ausser zwei arg schwierige Flussüberquerungen. Es ist schon so, ist der Trail besser als erwartet dann fliegt man dem Ziel entgegen und umgekehrt wie der Tag zuvor auf der letzten Stunde bewies.

Bei der Trolltunga recht wenig Leute. Ich musste um raus auf die Zunge zu gehen nur rund 10 Minuten warten, nicht eine Stunde wie ich schon gehört hatte. Traf dann noch einige Schweizer dort oben und einer davon machte dann auch einige Fotos.

Auf dem Rückweg war es recht windig und die Bewölkung nahm zu, am Abend begann es dann zu regnen. Heute war dann die Hütte bis auf den letzten Platz besetzt. Die Regeln besagen, dass wenn eine Hütte voll ist, alle die eine zweite Nacht bleiben ihr Bett den Neuankömmlingen übergeben müssen und selbst dann auf einer Matratze schlafen müssen. Stand 18:45 ist also voll, hoffentlich kommt keiner mehr!

Sonntag, 29. Juli 2018

In der Nacht hatte es stark geregnet. Das zeigte sich dann auf der Wanderung zur Litlos-Hütte. Eine richtige norwegische Wandermischung. Zu Beginn Blockfelder, felsige Abschnitte und auch Schneefelder. Dann Bäche, die durch den Regen angeschwollen waren. Ich konnte diese nur dank meiner sehr hohen Schuhen ohne diese ausziehen zu müssen queren. Dann kamen auch wieder sumpfige Abschnitte. Erstaunlich wie viel Wasser sich nach einigen Stunden Regen auf die Felder ergoss. Dann auch norwegisch….man sah die Hütte früh! Heute über eine Stunde bevor man diese dann letztendlich erreichte. Kurz vor der Hütte schaute ich noch mal auf mein GPS: 600m bis zum Ziel, also rund 10 Minuten. Letztes Jahr bei äusserst widrigen Verhältnissen: Regen und extremer Sump bedeuteten 600m eine halbe Stunde. Die Hütte hier gilt als „vollbedient“ also mit Nachtessen und Frühstück…. leider nur mit lauwarmem Wasser in der Dusche…egal, Hauptsache sauber!

Morgen soll es regnen… nun ja… ich kann das eh nicht ändern und geh dann halt bei schlechtem Wetter weiter.

Montag, 30. Juli 2018

Regen! Beim Aufstehen war der Himmel verhangen und kurz darauf startete ich bei leichtem Nieselregen. Kam gut voran. Unterwegs sah ich dann einen Mann sein Zelt aus dem Fluss fischen. Sein Kuppelzelt hatte sich beim Abbau selbständig gemacht und er konnte sein Zelt nur mit Mühe wieder aus dem Fluss holen. Kurz danach ging es recht steil nach oben… ein endloser Hügel. Auch der Abstieg zur Hellevassbu-Hütte war mühsam, extrem felsiger Weg. War dann schon kurz nach drei Uhr dort. Recht voll, die letzten 6 Gäste kamen dann gegen 8 Uhr. Glücklicherweise könnten wir alle dann hier unsere nassen Sachen trocknen. Es ist also alles für Morgen bereit!

Auch heute konnte ich die offizielle Wanderzeit locker unterbieten, obwohl ich das Gefühl habe nicht in sonderbar guter Form zu sein. So hatte ich heute 5h 10 anstelle von 6 Stunden und gestern 6 statt 7 Stunden. Heute bin ich zudem dan ganzen Tag in voller Regenmontur gelaufen, was ja auch noch einen verlangsamenden Effekt hat!

Dienstag, 31. Juli 2018

Heute ging es mit Regen weiter. Garstiges Wetter und 22km zu gehen. War gut laufen, die Gegend muss wunderbar sein, aber bei einer Sichtweite von 50m macht das nicht viel Spass. Dann hatte ich mich im dichten Nebel verlaufen….ohne GPS wäre ich wohl jetzt noch oben bei den Trollen. Es ging auch heute wieder über einige Hügel. Sanfte Steigungen von je 150-200m. Angenehm zu laufen. Heute ging ich langsam an und inklusive des Herumirrens benötigte ich die auf den Karten angegebenen 7 Stunden. Morgen gibt es einen Ruhetag bevor es weitergeht.

Auch heute ging es wieder über diverse Brücken.

Auf und ab

Am zweiten Tag ging es weiter Richtung Liseth und den Voringfossen Wasserfall.

Ich schlief eher schlecht und wurde beinahe die ganze Nacht von Krämpfen geplagt und konnte nur auf dem Rücken liegend schlafen. Wohl die Folge des harten Wandertages.

Eine scheinbar etwas leichtere Etappe als am Vortag, Aber eben nur scheinbar. Es begann harmlos Richtung Damm des Rembeldalsvatnet welcher nach 1 Stunde und 15 Minuten erreicht war. Angenehmer Pfad.

Dann begann der schwierige Teil, eine beinahe senkrechte Wand, welche auf 300m Horizontaldistanz 120 Höhenmeter überwand. Echt schweisstreibend. Aber es war noch früh und ich hatte die Kraft um die zum Teil hohen Felsstufen zu überwinden. Oben angekommen ging es dann flacher weiter. In den ersten 2 1/2 Stunden war ich nur 5.8km weit gekommen. Es gib dann angenehm weiter immer mit der Aussicht auf dem Simaldalsfjord 1200m tiefer. Nach der Mittagspause stand die nächste Steilwand auf dem Programm. Auch hier: 140m Aufstieg durch wegloses Gelände. Ich musste unterwegs mehrere, auch längere Pausen einlegen. Nach der steilsten Phase ging es dann aber noch rund 40 Minuten stetig aufwärts. So war ich nach 5 Stunden bei 11.3km angelangt und es fehlten noch 8km bis ins Ziel. Da ich aussergewöhnlich viele Pausen machte, war es da schon 16:30 und das bedeutete dass ich wohl eher spät in der Pension Liseth ankommen würde. Ich war dann um 19:15 am Ziel. Insgesamt 7.5 Stunden Wanderzeit plus 1.5 Stunden Pause. Insgesamt also 9 Stunden und ich dachte ich sei da eher langsam gewesen. Ich fühlte mich auch entsprechend müde und abgekämpft. Der Pensionsinhaber meinte aber dass die Leute normalerweise über 10 Stunden für die Etappe brauchen. Also, obwohl ich mit mir nicht zufrieden war eine ansprechende Zeit.

Hier in der Nähe ist ja der Voringfossen Wasserfall( hoffentlich mit genügend Wasser). Ich hatte hier einen Ruhetag geplant und diesen habe ich nach den zwei ersten Tagen nötig.

Das Wetter ist ideal zum wandern, ca. 20 Grad zum Teil leicht bewölkt. Es ist sehr trocken. Kein Sumpf! Die normalerweise rötlichen Moose sind ausgetrocknet und auch wenn es viel Wollgras hat ist der in der Regel dazu gehörende Sumpf nicht vorhanden. Ganz andere Verhältnisse als letztes Jahr. Damals gab es keinen Tag ohne sumpfige Abschnitte. Dieses Mal sind meine Schuhe kaum nass geworden.

Hardangervidda 1

Gestern begann meine Nord-Süd Durchquerung der Hardangervidda, der grössten Hochebene Europas. Es ging von Finse zur Rembesdalseterhütte. Ich wusste von der Planung her dass das eine happige Wanderung geben würde. Aber die Realität ist immer anders als der Plan. Es ging zuerst auf rech Wegen, Schneefelder, glattgeschliffenen Felsplatte ( heute zum Glück trocken und gut begehbar) bis auf 1500m hoch. Alles ging gut 10.5km in drei Stunden. Fühlte mich gut. Es fehlten aber noch 10.5 km mit einem Abstieg von 1500 auf 900m. Und das durch steil abfallende Blockfelder. Ich war Nudelfertig und kam mit der letzten Kraft zur Rembesdalseterhütte. Ich meinen Fitnesszustand über- und die Strecke unterschätzt, es ging aber allen ankommenden in der Hütte gleich. Es ist hier nun zwar trocken, kein Sumpf, man darf aber die norwegischen Wanderwege nicht unterschätzen. Einerseits weil sie zum Teil richtig ruppig sind und man anderseits immer auf die Markierungen achten muss. Vor allem bei felsigem oder sumpfigen Untergrund kann den Weg oft nur schlecht oder gar nicht erkennen. Es ist immer volle Konzentration angesagt!

Am Morgen gab es in der Finsehütte ein Riesenproblem. Alle Bankterminals fielen aus…ich hatte ja genügend Bargeld mit, also bezahlte ich bar um den Vorgang zu verkürzen…anstelle zu warten bis die eine Lösung hatten.

Hier in der Hütte mal was neues! Der DNT-Oslo hat in all seinen Hütten in der Sommersaison Hüttenwarte die die Hütten überwachen!

und: abends begann es leicht zu regnen:

Norge 18: Startpunkt erreicht

Heute bin ich mit der Bergenbahn nach Finse gefahren. Finse ist die höchstgelegene Bahnstation in Norwegen auf rund 1200m. Die Bahn erreicht diese Höhe ab Oslo, also ein satter Aufstieg für die Bahn.

Die Bergenbahn ist eine der touristischen Hauptattraktionen in Norwegen. Demnach war der Zug voller Touristen, vor allem asiatischer Herkunft. Da bucht man dann „Norwegen in einer Nussschale“. Dies beinhaltet:

Bergenbahn, Flambahn, Fjordkreuzfahrt, Stahlheimskleiva. Hier ein Link dazu

Norwegen in einer Nussschale

Also kein Wunder dass der Zug voll war!

Die Finsehytta ist recht gross – 174 Betten. Aber man kann – ausser für Gruppen- nicht reservieren. In einem Anfragemail antworteten sie mir:

We do not have more places for reservation, but everyone gets a place to sleep and food. So you can just come without a reservation, and we will give you a place at arrival.

Nun warte ich also bis 15:00 und werde dann sehen was für ein Bett für mich bereit stehen wird.

Dann geht es morgen mit der ersten Etappe los: 22km mit mässigen Aufstiegen!

Norge 2018: Vorbereitungen in Oslo

Es kann los gehen! Nachdem ich am Mittwoch spätabends in Oslo gelandet war und mit dem Zug Richtung Ingers Wohnung fuhr, holte sie mich am nahegelegenen Bahnhof ab und wir gingen zu ihr.

Ich bin ausserordentlich froh, drei Tage bei ihr zu sein. Spart viel Geld und ist interessanter als alleine in einem teuren Hotel! Sie war vor einer Woche in der Hardangervidda und konnte mir daher einige wertvolle Tipps geben.

Der Donnerstag galt der Vorbereitung der Tour. Beim DNT-Laden in Oslo letzte Ausrüstungsgegenstände gekauft, bei Telia wie schon 2016 und 2017 eine norwegische SIM-Karte gekauft und mal eine erste Ration Turmat (gefriergetrocknete Menüs) gekauft. Abend habe ich dann mit Inger die letzten Einkäufe gemacht. Dann entschied ich mich, erst am Samstag Richtung Finse zu fahren. Erstens habe ich genügend Reservetage und zweitens hatte ich so Zeit um ein Versorgungspaket nach Sappen zu senden, dem Startpunkt der zweiten Tour.

So wird dann die Anreise nach Sappen am 10. September ein wenig angenehmer. Weil ich werde auf und während der Anreise nach Sappen keine Einkaufsmöglichkeiten haben.

Zum Schluss noch ein kleiner Schreckmoment! Ich wollte dann noch den Zug nach Finse, dem Ausgangspunkt der ersten Tour buchen und verpasste den letzten Platz des 12 Uhr Zuges um wenige Minuten. Bei der Recherche im Web gab es noch freie Plätze, beim Buchungsversuch kurz danach war alles weg, nun eben den Zug um 08:25 gebucht.

Noch eine Bemerkung zum Essenseinkauf: Ich werde auf beiden Touren kaum an Läden vorbeikommen, deshalb ein recht umfangreicher Einkauf. Im Süden bin ich zwar oft in Hütten mit Lebensmittelvorräten, da ich aber beabsichtige einige Male zu Zelten heisst es dann Eben die Esswaren zu tragen. Im Maximum sind das diesmal Donut die 7kg was dann einen totalen Rucksackgewicht von um die 24 ergeben wird. Und das Gewicht nimmt dann ja vom ersten Tag an ab!

Norge 2018

Nachdem ich mich entschieden hatte wiederum nach Norwegen zu fahren, hier dazu einige Details. Ich hatte ja in Norwegen noch einiges offen. Es sind vier Dinge:

  1. Rest NPL von Reisadalen bis Nordkapp
  2. Trolltunga in der Hardangervidda
  3. Kieragabolten im bei Stavanger/Lysebotn
  4. Die Bäche der Austheiane bei trockenem Wetter

Also fing ich an zu Planen. Es galt dabei vor allem die Schneelage in der westlichen Hardangervidda zu beachten. Letztes Jahr war auch im Juli noch recht viel Schnee. Dieses Jahr sieht es laut senorge.no sehr gut aus.
Es kommt dazu dass ich Ende August unbedingt zu Hause sein muss und Anfang September Inger auf Besuch kommen wird. Aufgrund der Schneelage getraute ich mich nicht bereits Anfang Juni die westliche Hardangervidda zu durchqueren, also kam ich zur folgenden zwei Terminen:

  1. Juli bis 22. August: Wanderung im Süden von Finse bis Dølemo durch die Hardangervidda via Trolltunga und ab Stavanger nach Kjeragbolten und zurück (zum Teil mit dem Boot). Dazwischen mit dem Bus von Dølemo nach Stavanger und dann Heimflug in die Schweiz. Zusammen gut 400km.
  2. September bis 9. Oktober: Rest NPL ab Reisadalen bis Nordkapp. Je nach Witterung via Nabar oder Kautokeino. Je nach gewählter Route zwischen 340 und 350km.

Rucksackgewicht
Erneut ging das grosse Rechnen auf  Excel los. Wenn ich alles bedenkte und neu rechne, so war letztes Jahr der Rucksack schwerer als berechnet, weil einige Dinge beim Berechnen nicht mitgezählt wurden. So bin ich laut neuester Planung dieser Jahr mit 15.9kg Basisgewicht unterwegs. Das scheint schwer zu sein, doch man bedenke dass alleine für die Kommunikation inkl. Powerbanks und Batterien 1.3 kg im Rucksack sein werden und beinahe ein Kilogramm im „Technical Bag“ (Schuhfett, Reparatursachen, Panzerband, Packriemen, Stirnlampe etc.). Das bedeutet, dass bei Mitnahme von 10 Tagen Esswaren dann rund 26kg im Rucksack sein werden, also ähnlich wie letztes Jahr. Zudem ist die neue Isomatte rund 150g schwerer als die kleine Matte die ich letztes Jahr bei hatte. Aber eben: einige male 150 Gramm und schon ist wieder ein Kilo Gewicht mehr im Rucksack