Okstindan 2

Nachdem am Abend in der Gråfjellhütte schlechtes Wetter Aufzug sank die Sichtweite auf unter 50m, gut sitzt man bei solchem Wetter in einer Hütte.

Am nächsten morgen sonnig und angenehm warm. Es war eine kurz Etappe zur Rabothütte angesagt. Kurz aber nahrhaft. Ständiges Auf und Ab. Auf 1000m hat es auch im Juli hier noch viele Schneefelder. 1000m? Hier oben wohl eher mit 2000 – 2500 in den Alpen zu vergleichen. Der Okstindan-Gletscher kommt zum Teil runter bis 900m.

Viele der Wegemarkierungen waren unter dem Schnee und somit war es nicht immer einfach den Weg zu finden.

Sobald ich den Weg zur Rabothütte sah, war die Navigation kein Problem mehr. Die Rabothütte wurde 2014 eröffnet und ist ein Juwel in den norwegischen Bergen.

Die Hütte hat 30 Schlafplätze und wird in der Hauptsaison von einem Hyttevakt/Hüttenwart betreut, ähnlich wie bei den sehr beliebten Hütten im Süden. Der Hyttevakt verteilt die Zimmer und koordiniert das Hüttenleben. Die Hütte ist auch als Tagesausflugsziel beliebt. Vom nächsten Parkplatz sind es nur rund 5km. Es sind allerdings 600 zum Teil steile und unwegsame Höhenmeter zu überwinden.

Das rote T markiert wie überall in Norwegen den Wanderweg.

Solche Berghütten gibt es ja in der Schweiz viele. In Norwegen ist eine solche Hütte immer unverdient. Kein Restaurant, Also muss man auf das wohlverdiente Bier nach erfolgreicher Gipfelbezwingung verzichten.

Dann ging es heute Richtung Gressvasshütte. 600m Abstieg wiederum mit vielen Schneefeldern. Heute hatte es allerdings viel frische Spuren. Kein Problem den Weg zu finden.

Ich beschloss dann allerdings eine ungeplante Übernachtung vorher. Fühlte mich nicht fit. Ich habe ja genügend Zeit!

Die Hütte hier ist Luxus! Strom, fliessendes Wasser und Sauna!

Auf zum Okstindan

Nach dem Ende des Festivals fuhr ich mit dem Schiff nach Nesna und von dort zurück nach Mo i Rana. Leider musste ich dort über 3 Stunden auf den Bus warten, es hätte aber ein warmes gemütliches Restaurant. Am Sonntag fahren keine Busse in die Nähe meines Autos. So nahm ich den Flughafenbus (diesmal fuhr er wirklich). Ich hatte ja am Dienstag mit einem Fahrer gesprochen dass ich vorher aussteigen wolle. Der Fahrer- ein anderer! – war bereits informiert…..er liess mich nicht aussteigen sondern fuhr, nachdem er den anderen Passagier am Flughafen ausgeladen hatte direkt zu meinem Auto, ohne Aufpreis. Dann ging es Richtung Steikvasselv, ein Bauernhof der Zimmer vermietet. Ich war schon 2017 dort und die beiden Kari und Hakoon erinnerten sich sogar an mich.

Ich schob dann noch einen Ruhetag ein, bevor ich die nächste Wanderung begann, die Umrundung des Okstindan-Massivs.

https://de.wikipedia.org/wiki/Okstindan

Hakoon fuhr mich die 10 Kilometer bis zum Start der Wanderung, so ersparte ich mir den Marsch auf der Strasse und eine Zeltübernachtung. Obwohl ich nun ja drei oder vier mal in Hütten übernachten werde, nahm ich aus Sicherheitsgründen das Zelt dennoch mit…man weiss ja nie!

Der Weg zur Hütte war zweigeteilt. Erst einem Fluss entlang über einen kleinen Pass und dann der Aufstieg zur Gråfjell-Hütte. Ein steiler Aufstieg von rund 650 Metern. Ich verlief mich auf dem Weg mehrere Male. Das erste mal fand ich trotz intensiver Suche keine Markierungen mehr und ging dann prompt in die falsche Richtung

Ich verlor durch diese Irrwege sicher eine Stunde. Und dann begann es auch noch zu regnen. Ich erreichte die Hütte nach 8 Stunden. Ich hatte eher mit 6 gerechnet.

In der Hütte waren es 8 Grad als ich kam und nach kurzer Zeit mit einem Riesenfeuer im Ofen gemütliche 22 Grad.

Mehr Fotos gibt es morgen!

Træna 2

Das Rockfestival ist nun beinahe vorüber. Das Highlight fand heute statt. Das Konzert in der Kirkehalleren, einer natürlichen Höhle auf einer Nachbarinsel… nur 8 Minuten Fahrzeit mit dem Boot.

Davor noch einen kleinen Berg bestiegen, durch den rund 800m langen nur mit Kerzen beleuchteten Lovetunnel. Und oh wunder, beim Tunnelausgang gab es gratis Prosecco!

Hier die Aussicht vom Gipfel. Leider hatte recht viel Nebel!

Das Konzert in der Höhle: Wunderbar, poetische Musik die sehr gut zur Umgebung passte.

Die „normalen“ Konzerte sind hier der Insel Træna jeweils von 18 Uhr bis 1 Uhr, heute bis 5 Uhr morgen früh.

Das Wetter könnte besser sein. Aber wenigstens regnet es nicht.

Viele hier kommen wohl nur zur grossen Party auf dem Zeltplatz. Der Konzerteintritt ist mit rund 200 Franken für drei Tage wohl vielen zu teuer. Also auf diesem Zeltplatz Party die ganze Nacht. ich bin dann nach zwei lauten Nächten in ruhigere Gegenden gezogen, auch mit Dusche und Toiletten und habe die letzten zwei Nächte wunderbar geschlafen.

Heute noch mal Konzert und dann geht es morgen um 07:00 mit dem Schiff aufs Festland zurück.

Træna 1

Gestern bin ich auf der Insel Træna angekommen. Hier findet eines der coolsten Rockfestivals statt

https://trena.net/Home

Ich werde bis Sonntag hier bleiben. Der Zeltplatz ist noch leer, dies wird sich sicher bald ändern.

Die Insel liegt rund zwei Bootsstunden westlich vom Festland.

Aber da gab es noch einige Hindernisse. Ersten musste ich mein Auto für 5 Tage parkieren. Aber wo. Ich kam darauf das Auto am Flughafen zu lassen. NOK 550 für eine Woche..also ca CHF 60. Geht ja noch! Also Busfahrpläne geprüft und raus zum Flughafen. Dort angekommen nirgends Anzeichen einer Bushaltestelle. Also ging ich ins Flughafengebäude und traf einen (!!) Angestellten. Den einzigen…vielleicht noch einer im Tower. Hat ja auch nur 7 Flüge pro Tag. Er meinte dass heute kein Bus mehr gehe und das parkieren am Flughafen eh zu teuer sei. Er meinte dass ich bei ihm zu Hause gratis parkieren könne. Er komme mit mir.

Also schloss er am Flughafen alles ab und wir führen los. Er brachte mich dann zu einer nahe gelegenen Bushaltestelle und wartete bis der Bus kam! Einmalig diese Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Raus kann ich dann nächsten Sonntag mit dem Flughafenbus oder im Extremfall mit einem Taxi. Sind nur 13km.

Dann um 16:00 mit dem Bus nach Stokkvågen um das Boot zu erreichend

Der Bus hatte über 35 Minuten Verspätung, riesige Staus in Mo i Rana wegen Baustellen. Das Schnellboot war schon, aber es hatte noch eine Fähre 40 Minuten später.

Dann auf dem Zeltplatz mein Zelt aufgestellt…. nach einigen Bieren um lokalen Publikum ging es dann ins Bett.

Der Ort hier hat 250 Einwohner..fürs Festival kommen für drei Tage dann gegen 3000 Besucher.

Wildnis und Baustellen

Heute ging es von meiner guten Unterkunft Richtung Mo i Rana. Dort hatte ich für die letzte Nacht vor dem Rockfestival in Træna ein günstiges Zimmer für CHF 45 gebucht. So konnte ich in Ruhe alles packen und bereitstellen.

Zuerst ging es zurück auf die E6. Viele sagen ja dass der Sarek Nationalpark in Schweden die letzte Wildnis Europas sein. Das kann sein, war noch nie dort aber hier oben ist alles Wildnis. Und: Der Rago Nationalpark nördlich von hier ist wohl ebenso wild. Unterwegs auf den 70km nur Wildnis pur und die Strasse.

Danach auf der E6 an über 100km Baustellen vorbei. Die E6 ist hier oben grösstenteils eine recht „kleine“ Landstrasse die durch das Gelände geführt ist. Also recht hügelig und kurvig, was nicht sehr wintersicher ist. Das wird nun korrigiert. Wintersicher? Dazu gibt es kurz vor Mo i Rana einen 9km langen Tunnel, der unter einer bescheidenen Bergkette hindurch führt.

Die folgenden Bilder zeigen einen Bauabschnitt, solche hat noch viele mehr. Die Baustellen sind abgelegen. Etwa in der Mitte ist ein riesiges Camp für die Arbeitet.

Der Berg mit dem Loch

Nach dem missglückten Aufstieg zur Skalahütte Ging es am Tag danach 700km Richtung Norden. Der Abbruch des Aufstiegs war weise, denn die Nacht darauf schneite es oben erneut. Beim Abbruch sah es auf 1250m so aus:

Der Tag danach dürfte kaum besser gewesen sein!

700 km auf Strassen wo das Tempolimit meist nur 80 ist bedeutet also 10 Stunden Fahrzeit. War ein hartes Stück Arbeit aber bei wenig Verkehr halt eine Fleissarbeit.

Dann kam ich in meiner Unterkunft am Ende der Welt an:

Ein riesiges Haus mit grossem Wohnzimmer und Küche mit 5 Zimmern. Ich war aber alleine. Und die Vermieterin hat auch gleich noch meine Wäsche gewaschen.

Das Ziel des Abstechers nach Bronnøysund ist der Torghatten. Der Berg mit einem Loch.

Auf der Hinfahrt habe ich mal wieder über die Norweger gestaunt. Ihr Ziel sind ja fährfreie Verbindungen zu den Ortschaften. Dazu gehören nebst anderen der Nordkapptunnel und die nächsten Herbst öffnende Strasse von Stavanger nach Bergen, wo dann die Tunnel schon mal 25km lang sein werden.

Auf dem Weg zum Torghatten hat es für die rund 6000 Einwohner von Norden her erst einen 6km langen Tunnel dann noch einen mit 4km. Und zu guter letzt auf die Insel noch eine abenteuerliche Brücke.

Dann der Torghatten

https://de.wikipedia.org/wiki/Torghatten

Das Loch ist eindrücklich und recht einfach erreichbar.

Der Berg aus der Ferne

Skala: Vernunft oder Dummheit

Heute war der Aufstieg zur Skalahütte resp den gleichnamigen Berg geplant. Hier ein Link dazu (gibt es leider nur in Englisch

https://en.wikipedia.org/wiki/Sk%C3%A5la_(Sogn_og_Fjordane)

Ich hatte schlecht geschlafen und wollte erst nicht gehen. Ich befürchtete oben zu viel Neuschnee was sich leider bewahrheitete. Aber die Leute auf dem Parkplatz sagten alle: doch es geht! Der Weg ist 7.5km lang und somit im Schnitt 24% Steigung ausmacht… aber eben im Schnitt. Es beginnt extrem steil. Die ersten 700 Höhenmeter verlangen alles..32% dann ein flacheres Stück mit 20% und zum Dessert dann noch einmal 30%. Harte Arbeit und schweisstreibend. Aber ein schöner weg, vor allem im mittleren Teil. Hier beinahe eine Treppe aus flachen Steinen , eine immense Arbeit die hier die Leute vom DNT geleistet haben. Skala ist der Berg in Norwegen mit dem grössten Aufstieg ab seiner Basis obwohl er nicht zu höchsten Bergen des Landes gehört.

Ich begann den Aufstieg und dachte ich sei langsam gestartet..und doch war ichbezogen schnell, nach 15 Minuten musste ich mal heftig Luft holen und eine sehr frühe Pause machen. Ich war nach 1h 15 auf 650 Metern und nach 1:55 auf 100 Metern. Ich hätte nie gedacht um die 500 Höhenmeter Pro Stunde zu schaffen. Dann kam der Schnee und auch die ersten Rückkehrer die von Oberschenkel-tiefen Schnee berichteten. Zweifel kamen auf. Es gibt hier zwei Arten von Schnee: Altschnee der nach einigen Wanderern gut zu begehen ist, es bildet sich eine Spur. Dann der Neuschnee der letzten drei Tage ab 1000m. Ich schätze so um die 30-50 cm .., und das Anfang Juli!!! Dieser Neuschnee machte das kaufen gefährlich. Einerseits rutschige Steine unter den Schnee und andererseits unvorhersehbare „Löcher“. Das machte das vorwärtsgehen gefährlich und sehr ermüdend, do beschloss ich auf rund 1250 umzukehren und ins Tal runter zu gehen. Ich hatte mir die letzten 600 Höhenmeter nicht mehr zugetraut. Schwieriges Terrain und sehr steil. Ich schätze dass rund ein Drittel der Wanderer umkehrte. Dann ging es wider runter. Erstaunlich gut, denn über diese „Treppen“ ging es sehr gut. So war ich dann nach 4h30 wieder unten. Für 1200 Meter Auf- und Abstieg dich ordentlich. Aber ich gebe nicht auf. Ich werde auf dem Heimweg bei besseren Verhältnissen den Aufstieg noch einmal versuchen.

Dann ging es weiter. Da ich die nächsten Tage nordwärts kommen will fuhr ich noch ca. 120km. Eindrückliche Landschaft.

Unterwegs am Sommerskigebiet von Stryn vorbei gefahren. Gemäss Wikipedia haben die im Juni noch immer 6 Meter Schnee. Erstaunlich: der höchste Punkt liegt auf nur 1600m

https://en.wikipedia.org/wiki/Stryn_Sommerski

Da muss selbst ich als berggewohnter Schweizer staunen. Erstens die tiefen Täler und dann ein Hochtal um die 70km lang: Natur pur. Es ist das Strynsfjellet.

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Dann suchte ich langsam eine Bleibe und fand einen sehr günstigen Campingplatz: NOK 230 für eine Hütte!!! Oft kostet eine Zeltübernachtung etwa gleich viel. Gestern bezahlte ich in Olden für eine schlechtere Hütte NOK 450!!!

Tunnel, Tunnel, Tunnel

Heute ging es nach Olden. Von hier aus, resp in 7km Entfernung startet dann morgen die Etappe zur Skala-Hütte auf 1848m.

Hier die heutige Route:

211 km, wovon über 65 durch Tunnel gingen. Es begann mit den Kehrtunneln runter auf Meereshöhe. Das waren 12km. Dann folgte der längste Strassentunnel der Welt mit 24.5 km, der Laerdalstunnel:

https://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%A6rdalstunnel

Interessant vor allem die drei mit blau und gelb beleuchteten Kavernen alle 6km

Vorher ging es aber noch zum Stegastølen, einer Aussichtsplattform 600m über dem Fjord. Traumhafte Aussichten:

Unterwegs immer wieder Seen mit traumhaften Spiegelungen.

Mächtige Trogtäler folgten und der mit 450 km2 grösste Gletscher Europas der Jostedalsbreen

https://de.wikipedia.org/wiki/Jostedalsbreen

Geilo

Heute war der Reservetag und somit gab es nicht viel zu tun. Ich fuhr nach Geilo, ein Ort den ich meiner Norge på langs 2017 schon besucht hatte. Dort noch ein wenig eingekauft und auf dem Rückweg einige Orte besucht die ich 2017 gelaufen bin.

https://de.wikipedia.org/wiki/Geilo

Auf der Strecke wiederum einige Tunnel. Der Scheiteltunnel zur Unterquerung der Passhöhe hat eine norwegische Besonderheit.

Da im Winter oft Sturm herrscht und es nicht sehr viel Verkehr hat ist dieser Tunnel generell mit einem Tor an jedem Ende geschlossen. Kommen Fahrzeuge geht das Tor auf, nicht aber bei Fahrradfahrern (im Winter!!!!). Die können dann einen Knopf drücken und das Tor öffnet.

Eine weitere Besonderheit im Winter ist das Kolonnekjøring. Hier der Wikipedia-Artikel dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Kolonnekj%C3%B8ring

Abwärts

Heute war eine Wanderung durch das Aurdal, resp. Die Aurdal-Schlucht angesagt.

Von 800m runter auf 50. Denkste! Gemäss Internet geht es dabei auch über 450m aufwärts! Es waren total 19km in genau 5 Stunden Wanderzeit. Dann zum Schluss mit dem Bus wieder hoch zur Hütte. Vorbei an unzähligen Wasserfällen, bizarren Felsformationen und auch lauschigen Ecken. Das war eines der Highlights meiner Norwegen-Wandererfahrung. Auch wenn es zuweilen steil aufwärts ging. Es war jeden Schritt wert. Die Bilder ohne Kommentar einfach zum Geniessen!